Michael Zorc im Interview

„Jetzt weiß jeder, was los ist“

Michael Zorc ist mit seinem BVB schon als Spieler durch Dick und Dünn gegangen. Nun als Sportdirektor kommt es für ihn ausschließlich dicke: Die Mannschaft steckt im Tabellenkeller. Und Zorc weiß: Sie ist mitnichten zu gut, um abzusteigen.

Michael Zorc, spätestens seit der 2:3-Heimpleite gegen Energie Cottbus steht Borussia Dortmund mitten im Abstiegskampf.

Man braucht nur auf das Tabellenbild zu schauen, dann weiß jeder, was los ist. Jetzt sind wir voll mit dabei.

Neben der Borussia müssen neun weitere Klubs um den Klassenerhalt fürchten. Doch für Dortmund spricht die Qualität des Kaders.

Es wäre der größte Fehler zu sagen: Wir sind zu gut, um abzusteigen. Wir müssen jetzt noch konzentrierter arbeiten, damit wir schnellstens da wieder herauskommen. Das Spiel am Samstag beim VfL Bochum ist unser erstes Endspiel.

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Schon fünf Niederlagen in der Rückrunde und zehn Gegentore in den letzten vier Spielen: Hat der BVB ein Abwehrproblem?

Wir schießen in der Abwehr so viele Böcke, so viele Tore kannst du vorne gar nicht machen. Und unser Sturm ist eher ein laues Lüftchen. In der Halbzeit in der Kabine nach dem 1:1 hatte ich das Gefühl, die Mannschaft wollte rausgehen und den Gegner
auffressen. Aber es blieb bei leeren Worten.

Könnte es, sollte sich die Lage zuspitzen, einen weiteren Trainerwechsel geben?

Es wäre das Falscheste, in unserer Situation eine Trainerdiskussion zu beginnen. Die Mannschaft ist gefordert, sich in einer besseren Verfassung zu präsentieren. Ich hoffe, das wird schon in Bochum der Fall sein, denn mit der Rückkehr der gesperrten Dede, Nelson Valdez und Philipp Degen steht, abgesehen von Steven Pienaar, der komplette Stammkader wieder zur Verfügung.

Fest steht, dass Christoph Metzelder Dortmund am Saisonende endgültig verlassen wird, nachdem die Borussia am Montag ihre Offerte zur Vertragsverlängerung zurückgezogen hat.

Wir haben Christoph ausreichend Zeit zur Prüfung unseres sehr guten Angebotes eingeräumt. Wir hatten offene und faire Gespräche, müssen jetzt aber unsere Personalplanung für die kommende Saison vorantreiben.