Kiralys Jogginghose im Interview

»Gabor hat mich ordentlich zusammengefaltet«

Heute ist internationaler Tag der Jogginghose! Und weil echte Kenner dabei zuerst an Gabor Kiraly und erst danach an Karl Lagerfeld denken, kommt hier nun das große Karriereinterview mit der berühmtesten Jogginghose der Fußballgeschichte.

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Gabor Kiralys Jogginhose, Sie können auf eine erfolgreiche, lange Nationalmannschaftskarriere zurückblicken. Sind Sie zufrieden?

Ach, na klar. Ich habe als einfache Sofa-Jogginghose angefangen. Ich verbrachte meine Kindheit in einer simplen Plastikverschweißung in einem KiK in Budapest, da träumte ich davon, mein Leben auf einer Couch zu verbringen und vielleicht ab und an einen Ketchup-Fleck abzubekommen. Dass ich dann 107 Länderspiele machen und Schlammpfützen auf der ganzen Welt kennenlernen würde, daran habe ich nicht einmal zu träumen gewagt. 

Ihr schönstes Spiel?

Man sagt ja immer, das Beste kommt zum Schluss. Von daher ganz klar die EM. Gabor und ich hatten ein sehr professionelles Verhältnis, nach erfolgreichen Spielen hat er mich meist einfach zurück in den Schrank gestellt. Nach der Qualifikation aber hat er sich einen guten Wein aufgemacht und mich per Hand mit Perwoll gewaschen. 

Und ihr härtester Gegner?

Es waren so viele dabei. Ich erinnere mich an einen schlimmen Acker in Rumänien, wegen eines Lochs am Knie musste ich anschließend in die Reha. Hätte ich nicht so gute Schneider gehabt, wer weiß, ob ich weiter auf Profiniveau hätte getragen werden können.

 

Sie galten stets als Exot unter den Fußballerhosen. Hat Sie das stärker gemacht?

Nein, Wäschestärke hat mich stärker gemacht (Lacht). Aber im Ernst: Es war nicht immer einfach in der Kabine. Zwischen all diesen schnieken kurzen Synthetikhosen mit ihren neumodischen Farben und ihrer Atmungsaktivität wurde man schon des Öfteren blöd angeschaut. Oft dachte ich, ich wäre an einem Autoscooter oder in einem RTL2-Format besser aufgehoben. Aber als Hose der alten Schule muss man da eben die Backen zusammenkneifen und durch. 

Wie schätzen Sie Ihren Anteil am sportlichen Erfolg Ihres Trägers ein?

Ich bin keiner, der sich in den Vordergrund drängt. Das war ich schon damals bei KiK im Schaufenster nicht, und das bin ich auch heute nicht. Ich wusste, dass Gabor in gewissen Bereichen seine Freiheiten braucht. Die habe ich versucht ihm einzuräumen. Dann hat es gut geklappt. Gabor und ich, das war eine Erfolgsgeschichte. Auch wenn es nicht immer einfach war. In der Hose ist schließlich stets das schwächste Glied. 

Wie meinen Sie das?

Ach, das ist doch nur so eine Redensart. Wenn man im Leistungssport über so lange Zeit zusammenarbeitet, kann es schonmal knittern. Wenn ich meine Leistung nicht gebracht habe, konnte Gabor auch sehr streng sein. Dann hat er mich ordentlich zusammengefaltet. Und in den Schrank gelegt.

Wie geht es denn jetzt weiter mit Ihnen? 

Das wird man sehen. Karitative Arbeit würde mich reizen. Es gibt da einen Job in einer Altkleidersammlung bei uns um die Ecke. Das kann ich mir gut vorstellen. Oder eine volle Stelle als Liebestöter, da bringe ich ein gewisses Talent mit. Aber wahrscheinlich mache ich jetzt erstmal eine Weile das, wofür ich geschaffen wurde: Ich lege ich mich eine Weile auf die Couch.