Wie sich Dynamo Dresden mit seinen Fans solidarisiert

Dynamischer Zusammenhalt

Seit über einem Jahr ermittelt die Staatsanwaltschaft Karlsruhe gegen 28 Fans von Dynamo Dresden. Verein und Mannschaft unterstützen sie nun mit einer ungewöhnlichen Aktion. 

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Am 14. Mai 2017 spielten sich in Karlsruhe bizarre Szenen ab. Begleitet von Trommeln und Böllerschlägen marschierte die selbsternannte »Football Army Dresden« im Camouflage-Look zum Auswärtsspiel im Wildparkstadion und erklärte dem DFB via Banner den Krieg. Sowohl beim Fanmarsch als auch beim anschließenden Blocksturm wurden insgesamt 36 Ordner und Polizisten verletzt. Überwiegend erlitten sie Knalltraumata durch die gezündeten Böller.

 

Der Tag war ein einer mit Signalwirkung für die deutsche Fanlandschaft: Von der Bundesliga bis in die Amateurligen schlossen sich Fußballfans der Dresdner »Kriegserklärung« an und vereinigten sich in einer beispiellosen Protestwelle – gegen die Sportgerichtsbarkeit des Verbands, fanunfreundliche Anstoßzeiten und die zunehmende Kommerzialisierung.

 

Durchsuchungen bei Anhängern und im Fanprojekt

 

Für einige Fans von Dynamo Dresden hatte die Aktion aus Karlsruhe jedoch ein Nachspiel: Am 5. Dezember durchsuchte die Polizei mehrere Wohnungen von Dynamo-Fans sowie die Räumlichkeiten des Dresdner Fanprojekts (Wie die Polizei neurdings gegen Fanprojekte vorgeht, lest ihr hier >>>). Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe will 28 Personen als »Organisatoren und Kommandeure« der Aktion identifiziert haben. Sie sollen den Marsch und die damit verbundenen Straftaten wie Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung und Verstöße gegen das Versammlungsgesetz und Sprengstoffgesetz von langer Hand geplant haben.

 

Als Reaktion auf die Ermittlungen gründeten Dresdner Anhänger das »Solidaritätskommitee Dynamo«. Mit Spendensammlungen, Tombolas oder Skatturnieren unterstützt die Initiative seitdem die von den Durchsuchungen betroffenen Fans– finanziell und moralisch. Denn: »Gemeint sind wir alle«, so die Losung des »SoKo«.