Wie die zweite Mannschaft von RWO zum Ultra-Team wurde

Wahrer oder Ware Fußball

Die Ultras von RW Oberhausen supporten nicht nur ihren Verein, sondern stehen als zweite Mannschaft auch für ihn auf dem Kreisliga-Rasen. Nun gibt es sogar einen Film über das »Team 12«, der sich auf die Suche nach dem »wahren Fußball« begibt und diesem näher kommt als manche High-End-Doku.

Thorsten Poppe

»Die Jungs sind ja das beste Beispiel«, zeigt Trainer Sebastian Saß auf seine Truppe, als er gefragt wird, ob das hier der wahre Fußball sei. Er hält nachdenklich inne und meint: »Ja, ich glaube, das ist der wahre Fußball.«

»Das hier«, das ist der Auftritt von Rot Weiß Oberhausens zweiter Mannschaft, die gerade dem letzten Teil ihrer heutigen Doppelschicht nachgeht: Die RWO-Ultras dürfen das Trikot selbst überziehen und für ihr Kleeblatt antreten. Wenige Minuten zuvor standen sie noch, lediglich einen Vertikalpass weit entfernt, in ihrem eigentlichen Hoheitsgebiet - in ihrer Kurve im Niederrheinstadion. Nach dem Abpfiff eines wenig herzerwärmenden Regionalliga-Kicks gegen Borussia Dortmund II heißt es dann: Schal weg, Stutzen an, ab auf den Nebenplatz hinter der Spielstätte. Sogar der Stadionsprecher legt den 2.218 Zuschauern enthusiastisch ans Herz, vor der Heimfahrt noch bei den Jungs von der Zweiten vorbeizuschauen. Die seien schließlich Jungs aus dem eigenen Block, die müsse man unterstützen.

Alles geben für RWO

Die Angesprochenen eilen da schon unter Begleitung von schulterklopfenden Freunden in ihre Umkleidekabine, um sich für ihr Kreisligaspiel vor rund 300 Bewunderern bereitzumachen. Für den Verein aufzulaufen, der einen ewigen Platz im Herzen einnimmt - das klingt wie der wahrgewordene Traum eines Fans – und ist es auch. Ob Trainer, sportlicher Leiter oder Spieler der zweiten Mannschaft: Alle sind glühende RWO-Anhänger – und alle im Verein platzen vor Stolz.

»Männer! Die Hütte da draußen ist voll! Und es sind nicht mal alle da, das ist Wahnsinn. Das haben wir aber nicht geschafft, weil wir einfach coole Schweine sind, sondern weil wir sie überzeugt haben», motiviert der Coach seine Mannen in der Kabine, »allein schon, weil die hier sind, wollen wir uns für die den Arsch aufreißen!« Seine Jungs quittieren seine Ansprache mit euphorischem Jubel. Dann geht es endlich raus. Alles geben für RWO.

15 Bücher

15 Bücher

Nicht wie ihr