Wie der FSV Salmrohr die Pokalauslosung erlebte

Ernüchterung im Salmtal

Als DFB-Vizepräsident Peter Frymuth dann die Loskugel mit dem FSV Salmrohr in die Kamera hält, herrscht kollektiver Jubel -gefolgt von Stille. Momente der Anspannung. Wer wird der Gegner? Vielleicht die Bayern? Oder ein Verein mit einer großen Fankultur? Nichts da: Losfee Nia Künzer zieht Holstein Kiel als Kontrahenten, es herrscht Ernüchterung. Manche Spieler schlagen die Hände über dem Kopf zusammen, andere schauen enttäuscht auf den Fernseher. Die Stimmung ist gekippt. »Wenn man gesehen hat, wie vorher hier gefeiert wurde, muss man sagen, dass die Stimmung nach der Auslosung bedrückt war. Wir sind schon enttäuscht«, gibt der Linksverteidiger des FSV, Gianluca Bohr, zu. Mit den Störchen aus dem hohen Norden wissen die Spieler aus dem Rheinland noch nicht viel anzufangen. »Wir haben uns gefragt, wen wir von Holstein Kiel kennen. Uns ist David Kinsombi eingefallen, aber der ist gewechselt. Um ehrlich zu sein, ist es uns schwergefallen, dann überhaupt einen Namen zu nennen.«

Nächsten Dienstag beginnt die Vorbereitung des FSV auf die nächste Saison. Für viele Spieler wird der Genuss von Bier dann wieder in den Hintergrund treten. Doch vielleicht sollten die Wirte im Salmtal schon einmal eine Großbestellung für das Wochenende vom 9. bis 12. August aufgeben. Dann nämlich werden die Störche aus Kiel zu Gast im Salmtalstadion sein. Und auch wenn sie ihren Gegner kaum kennen – bei einem Sieg über den Zweitligisten würden die Spieler des FSV die Gastronomen ihres Ortes wohl erneut herausfordern. Dass man  »Die Macht vom Dorf« nicht abschreiben sollte, haben sie jedenfalls bereits nachgewiesen.