Wie der FSV Salmrohr die Pokalauslosung erlebte

»Heute saufen wir das Salmtal leer«

Doch plötzlich ein Aufschrei: »Tooor in Bad Neuenahr!« Peter Schädler hatte doch tatsächlich in der 93. Minute noch einmal für den FSV getroffen und dem schon für tot erklärten Patienten noch einmal neues Leben eingehaucht. Doch wieder schaltet die ARD zunächst zu einem anderen Spiel. Die nächste Schalte nach Bad Neuenahr hat es dafür jedoch so richtig in sich: Kommentator Florian Winkler ist komplett aus dem Häuschen: »Das glaubst du doch nicht, da wirst du doch verrück! Das gibt es doch alles hier gar nicht. Es gibt Elfmeter für den FSV Salmrohr!«

Sieg im Elfmeterschießen

Mit der Erfahrung von acht Rheinlandpokal-Siegen mit Eintracht Trier tritt FSV-Kapitän Michael Dingels in der sechsten Minute der Nachspielzeit an – und verwandelt ins linke Eck. Später sagt er in einem Interview: »Ich habe gestern Abend zu meiner Frau gesagt: Es gibt in der 90. Minute einen Elfmeter, der wird entscheidend und den schieße ich links rein!« Als es nach dem Ende der Verlängerung immer noch 2:2 steht, geht es ins Elfmeterschießen. Der Koblenzer Michael Stahl verschießt, Salmrohr trifft alles und zieht sensationell in den DFB-Pokal ein. Überwältigt von seinen Emotionen steht nach Abpfiff Nico Toppmöller, der den letzten Elfmeter der Salmrohrer verwandelt hat, dem SWR in einem fantastischen Interview Rede und Antwort. Der 29-Jährige grüßt seine Kumpels auf einem Junggesellenabschied und kündigt an: »Ich glaube, heute saufen wir das Salmtal leer!«

Am Samstagabend war es dann auch Nico Toppmöller, der zusammen mit Moderator Markus Othmer die Zuschauer in der ARD zur Pokalauslosung begrüßen durfte. Der Rest der Mannschaft hat sich unterdessen zusammen mit Fans in der Vereinskneipe zum Public Viewing getroffen. Es herrscht eine ausgelassene Stimmung. Viele diskutieren über ihr Wunschlos, die Fans sorgen für die passenden Fangesänge und die Kneipenbetreiber haben es nach dem Pokalfinale geschafft, die Bierfässer wieder aufzufüllen. Viele der Spieler sind Bayern-Fans, einige von Dortmund, aber es gibt auch Spieler, die es mit der Hertha halten.