Wenn die Mafia gern Fußball guckt

Deutschland, China... Hauptsache Asien

Genau hier setzt auch »Spielmacher« an. Die Wetten verlagern sich mittlerweile weg von der Bundesliga, weg vom Profifußball und von der Aufmerksamkeit der Medien, hin zu unteren Ligen und sogar bis hin zum Jugendsport. Was in Deutschland verboten ist, wird zum Beispiel in Asien schlichtweg übergangen.

Authentisch schildert der Film die Auslagerung der Wetten nach beispielsweise China, wo das Wetten zwar nicht legal ist, wo sich aber riesige, illegale Strukturen bilden, die mit dem Wetten Millionenbeträge verdienen. Die große Auswahl an Wettvarianten, die hohen Quoten und vor allem die Anonymität lockt viele Ausländer, sich dem dubiosen Geschäft anzuschließen.

Und dass hier nicht mehr von Glücksspiel die Rede sein kann, macht der Film ebenfalls klar. Es werden gezielt junge Spieler angesprochen und in den Bann gelockt, um dann Gewinne von Wetteinsätzen wie etwa auf Rote Karten durch absichtlich brutale Fouls zu garantieren. Meist trifft es unterbezahlte Spieler, die bei der Aussicht auf einen Batzen Geld einknicken und sich so dazu überreden lassen, den Spielverlauf mit Absicht maßgeblich zu beeinflussen.

»Fußball ist die Hure, die Söhne, die sind wir«



Als das Licht im Kino langsam wieder angeht, räkelt sich der Nebenmann erneut. »War gut.«, sagt er. »Hab gar nicht so gemerkt, dass es um Fußball ging.«
 Kommt schon hin. Bei so viel Scheiße, die im Hintergrund abläuft, kann der Fußball auch schon mal zur Nebensache werden. Das hat der Film jedenfalls ganz gut hinbekommen und lässt einen von den teils platten Dialogen und dem schlechten, kroatischen Trap absehen.

Wer auf amerikanische Agententhriller steht, sollte sich vielleicht lieber den nächsten Tom Cruise anschauen. Wer Fußball liebt, wird diesen Film allerdings verstehen. Denn er schafft es, die Liebe zu diesem Sport trotz all der ekelhaften Machenschaften im Hintergrund zu zeigen. Wie der Protagonist Ivo treffend gesagt hat: »Der Fußballgott ist ein Hurensohn? Der Fußball ist die Hure, die Söhne, die sind wir.«

Frederick Lau hat es sogar geschafft, seinen Lieblingsverein im Film einzubauen. Eine bildstarke Szene im Westfalenstadion dürfte das Herz aller Borussia-Fans höher schlagen lassen. Er hat übrigens einen Zehner darauf gewettet, dass sein BVB das Revierderby an diesem Wochenende mit 3:1 gewinnt. Ist ja klar, so eine Rolle geht auch nicht spurlos an einem vorbei.