Warum es in Stuttgart auch unter Markus Weinziel mies läuft

Verpufft

Drei Spiele, drei Niederlagen, 0:11 Tore: Fünf Gründe, warum der VfB Stuttgart auch unter dem neuen Trainer Markus Weinzierl weiter verliert.

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Der Trainerwechsel-Effekt gehört zu den vielen kuriosen Eigenheiten des Fußballs. Nach der Entlassung eines Trainers geht es für eine Mannschaft, so die landläufige Meinung, erst einmal bergauf. Der neue Trainer setze verloren gegangene Kräfte frei. Langfristig lässt sich statistisch gesehen zwar kein positiver Effekt eines Trainerwechsels auf die Leistung eines Bundesliga-Klubs nachweisen; kurzfristig hingegen schon.

Der VfB Stuttgart ist die Ausnahme von der Regel. Schon unter Tayfun Korkut waren die Leistungen in der laufenden Saison mehr schlecht als recht: fünf Punkte in sieben Bundesliga-Spielen. Nachfolger Markus Weinzierl untertrifft diese Statistik noch einmal: drei Spiele, drei Niederlagen, 0:11-Tore. Warum verpuffte der Trainerwechsel-Effekt beim VfB Stuttgart? Fünf Gründe.

1. Weinzierl probiert viel, wenig fruchtet
In seinen ersten Spielen zeigte sich Weinzierl bereit, mit der Taktik seines Vorgängers zu brechen. Bei seinem Debüt gegen Borussia Dortmund stellte er das Team in einem 4-5-1-System auf. Am vergangenen Spieltag stellte er auf eine Fünferkette um, Stuttgart agierte defensiv in einem 5-3-1-1. Auch innerhalb der Spiele passte Weinzierl seine Mannschaft immer wieder an, so vor allem gegen Hoffenheim, als der VfB knapp 80 Minuten in Unterzahl agieren musste.

Nur: Keine der taktischen Formationen, die Weinzierl ausprobiert hat, lösen die grundsätzlichen Probleme des Teams. Im Gegenteil: Die Mannschaft überfordern die neuen Spielsystemen, sie macht teils einfache taktische wie technische Fehler. Weinzierl muss weiter suchen nach der idealen Formation für seine Mannschaft.

2. Schwache und langsame Defensive
Elf Gegentore in drei Spielen: Weinzierls Defensiv-Bilanz ist zum Gruseln. Die Defensive war der große Trumpf der Stuttgarter in der vergangenen Rückrunde, als sie unter Korkut nur knapp die Europa-League-Qualifikation verpassten. Doch in diesem Jahr greift das Pressing nicht mehr, der VfB gewinnt kaum Bälle im Mittelfeld. Somit funktioniert die Spielidee nicht mehr, kompakt im Mittelfeld zu agieren und schnell zu kontern.

Schlimmer noch: Die Abwehr neigt zu Aussetzern. Gegen Frankfurt wollte Weinzierl die Verteidigung stärken, indem er mit Holger Badstuber einen dritten Innenverteidiger aufstellte. Doch Badstuber selbst avancierte zum Risikofaktor, sah bei den ersten beiden Gegentoren nicht gut aus. Gegen die schnellen Konter der Frankfurter fehlte ihm das Tempo, um Ante Rebic, Sebastian Haller und Luka Jovic zu stoppen.