Warum die Nominierung von Robin Koch nur logisch ist

Aus dem Schatten des Vaters

Durch die Verletztenmisere der Nationalmannschaft zählt Innenverteidiger Robin Koch erstmals zum DFB-Aufgebot. Für den Freiburger sprechen seine Vielseitigkeit, sein untypischer Werdegang – und sein Vater Harry.

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Als Robin Koch zum ersten Mal Bundesliga-Rasen betrat, war er gerade einmal sechs Jahre alt. Nachdem sein Vater Harry, eine Legende in der Pfalz, 2003 sein letztes Heimspiel für den FCK bestritten hatte, holte er seine Söhne Robin und Louis zur obligatorischen Ehrenrunde auf den Platz. Die drei spazierten über den Rasen, Harrys Locken wehten im Wind und Robin schaute verschüchtert zur Westkurve hinüber. Ob er wohl irgendwann in die Fußstapfen seines Vater treten würde?

 

Seit dieser Woche steht fest: Er hat ihn sogar überflügelt. Denn Robin Koch gehört zum Kader der deutschen Nationalmannschaft. Zweifelsohne profitiert er in diesem Fall auch von den verletzungsbedingten Absagen der Spieler Toni Kroos, Jonas Hector und Matthias Ginter. Dennoch gibt es gute Gründe für seine Nominierung.

 

Stück für Stück nach oben

 

Bisher verlief die Karriere Robin Kochs eher in kleinen Schritten als in großen Sprüngen. Das lässt sich anhand seiner bisherigen Stationen gut veranschaulichen: Entgegen des Zeitgeistes lernte der gebürtige Kaiserslauterer sein Handwerk nicht in einer der Hochglanz-Jugendakademien der Bundesligisten, sondern in Trier, wo einst Vater Harry seine Karriere ausklingen ließ. Dort spielte er mit achtzehn Jahren bereits für die erste Mannschaft in der Regionalliga Süd-West – allerdings gegen Provinzvereine, anstatt in der Junioren-Bundesliga gegen Gleichaltrige. Dass sich Koch dort früh mit stämmigen Regionalliga-Brocken aus Worms oder Pirmasens messen musste, kommt ihm heute zugute. Er ist körperlich sehr robust, ein hervorragender Kopfballspieler und eine Fitness-Maschine. In Krefeld eröffnete er gemeinsam mit einem Personal-Trainer ein eigenes Fintess-Studio.

 

Von Trier aus zog es ihn 2015 zum FCK, den Verein seines Vaters. Bei den »Roten Teufeln« empfahl sich Koch über die zweite Mannschaft für die Profis. Insgesamt stehen für Koch 27 Einsätze in der zweiten Bundesliga für Kaiserslautern zu Buche. Das genügte, um den SC Freiburg auf sich aufmerksam zu machen. Im August 2017 schlugen die Breisgauer zu und verpflichteten den damals 21-Jährigen. Da die Verantwortlichen in Freiburg um sein Talent wussten, überwies Freiburg nach zähen Verhandlungen stolze vier Millionen Euro in die Pfalz. Nur mit Miroslav Klose generierte der FCK eine höhere Ablösesumme.

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