So lief das Debüt von Jürgen Klopp

Klopp braucht noch Zeit

Dass Klopps Pressing bereits im ersten Spiel funktionierte, liegt auch daran, dass die Defensive nie Liverpools Schwachstelle war. Die Probleme des Teams liegen eher im Spielaufbau. Gegen Tottenham war dies erneut zu erkennen: Spielerische Auswege aus der eigenen Hälfte in die gegnerische gibt es selten. Die Außenverteidiger werden suboptimal eingebunden, die Doppelzehn hing oft in der Luft. Die Zahl der Fehlpässe ist zu hoch. So konnte Tottenham sich gleich mehrere Chancen nach Kontern erspielen.

Wie schnell dreht sich der Klopp-Hype?

Dieses Problem dürfte die größte Baustelle für Klopp sein. Klopps Abschiedssaison beim BVB hat hier einige Fragezeichen aufgeworfen, die Klopp erst noch beantworten muss. Auch hier hatte Klopp lange Zeit mit spielerischen Problemen zu kämpfen, die er nicht in den Griff bekam.

Die zweite Baustelle: Wie schnell dreht sich der Klopp-Hype? Viele Fans haben sich bereits gegen Tottenham »Heavy-Metal-Fußball« (Klopp) erhofft. Stattdessen gab es ein 0:0. Die Fans aber wollen die großen Dortmunder Auftritte der Ära Klopp auch an der Anfield Road sehen. Dabei wird aber vergessen, dass die Ära Klopp mit vierzehn Unentschieden begann - so viele holte der BVB in der ersten Klopp-Saison. Bevor Klopp aus dem BVB zur Pressingmaschine formte, machte er sie erst einmal zu einem Bollwerk, das für die Bundesliga-Gegner kaum zu schlagen war.

Klopps Pressingmaschine

Klopps größter Gegner ist die Erwartungshaltung. Auch wenn manche vom 0:0 enttäuscht waren: Die Leistung war bereits ansprechend, viele typische Klopp-Elemente bereits erkennbar. Jürgen Klopp könnte auch aus Liverpool eine Pressingmaschine machen – wenn man ihm die Zeit lässt.