So lief das Debüt von Jürgen Klopp

Doppelzehn und Doppelacht

Etwas überraschend setzte er dabei nicht auf ein 4-2-3-1-System, das er lange in Dortmund spielen ließ. Stattdessen lief Liverpool mit einem 4-3-2-1-System auf. Das Pressing durfte aber natürlich nicht fehlen: Wenn Tottenhams Außenverteidiger den Ball hatten, lief ein Achter sofort an. Die übrigen Spieler schlossen den Passweg zurück ins Zentrum. In den Anfangsminuten jagte Liverpool den Ball, verschob konsequent, doppelte auf den Flügeln. Ein klassisches Klopp-Spiel.

Klopp stehen die richtigen Spieler zur Verfügung

Die 4-3-2-1-Formation war überraschend, aber ebenso folgerichtig. Einerseits passt sie zu den Spielern, die Klopp bei Liverpool aktuell zur Verfügung stehen: Weder Coutinho noch Lallana sind echte Außenstürmer, beide fühlen sich als Zehner wohler. Sie können in diesem System als Doppelzehn spielen. Dahinter sichern Milner und Can als umtriebige Achter ab und greifen früh ins Pressing ein – auch das passt.



Andererseits dürften sich nicht wenige Premier-League-Teams an diesem System die Zähne ausbeißen. Das 4-3-2-1 ist schon rein logisch betrachtet das ideale Gegenstück zum weit verbreiteten 4-2-3-1-System, schließlich spiegelt sich die Anordnung im Mittelfeld (3-2 gegen 2-3). So sind direkte Zuteilungen einfach möglich. Andererseits kann man über die Doppelzehn leicht vom Flügel in die Halbräume gelangen – bei vielen Teams in der Premier-League Schwachstellen.