Schalker U23 begeistert Tadschikistan

Niemand brennt das Stadion ab

Die Antwort findet sich in einem mit Kirmesmusik unterlegten Spielankündigungsvideo zu dieser Partie. In dem liebevoll zusammengebastelten Clip des FC Istiqlol taucht beim Namen des Gastvereins weder das Kürzel »U23« noch die »II« als Hinweis für die zweite Mannschaft auf. Um die Verwirrung perfekt zu machen, lässt der Macher des Videos Jefferson Farfan zwei Elfmeter abfeuern. Sind die Zuschauer also hier Zeuge einer ganz billigen Mogelpackung geworden?

Vielleicht. Doch es scheint den Zuschauern an diesem Montagabend herzlich egal. Niemand brennt das Stadion ab, niemand fordert 13 Millionen US-Dollar. Im Gegenteil: Die Stimmung bleibt prächtig. Kurz vor dem Anpfiff tritt ein tadschikischer Musikstar auf, am Ende verliert der FC Istiqlol zwar mit 5:4 im Elfmeterschießen, doch die gegenseitige Sympathie leidet nicht darunter. Mit stehenden Ovationen wird das Team aus Gelsenkirchen verabschiedet, und die Regionalligaspieler schwärmen danach von feiernden Fans und der Gastfreundschaft.


Die Schalker hatten ein derartiges Empfangskomitee übrigens schon erwartet. »Die hatten dort bei einem Gastspiel von Hessen Kassel schon einmal 16.000 im Stadion«, sagte Oliver Ruhnert, der Leiter der Knappenschmiede, einen Tag später.

Allzu genau scheinen es die tadschikischen Fans mit Kürzeln und Ligazugehörigkeiten also nicht zu nehmen. Wir sind jedenfalls schwer begeistert und überlegen schon, unsere Betriebsmannschaft mit Trikots des FC Bayern oder von Manchester United auszustatten und einfach mal nach Duschanbe zu reisen. Mal sehen, was passiert.