Klappenbachs Taktikschule

Problem im System

Die Lage in Dortmund ist nicht so schlimm, wie es der Tabellenplatz vermuten lässt, meint 11FREUNDE - Taktikexperte Mathias Klappenbach. Es gibt einen Ausweg aus der Misere. Eine Schlüsselrolle nehmen dabei Thomas Doll und Mladen Petric ein. imago images
Schuld sind angeblich die Abwehrspieler. Vor allem die Oldie-Abwehr von Borussia mit den beiden Innenverteidigern Christian Wörns (35) und Robert Kovac (33) wurde für die beiden Niederlagen in den ersten Saisonspielen mit den sieben Gegentoren verantwortlich gemacht. Die Gegentore fielen aber vor allem nach individuellen Fehlern, und die sollten sich eigentlich abstellen lassen.

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Das größere Problem der Dortmunder scheint vielmehr ihr konturloses Offensivspiel zu sein. Trainer Thomas Doll ist ein großer Fan der Raute. In der vergangenen Saison war es ein großer Missstand, dass ein Spieler fehlte, der die vordere Zehner-Position mit Leben füllen konnte. Steven Pienaar scheiterte an dieser Aufgabe und hat den Klub wieder verlassen.

Nun soll Mladen Petric die Stürmer einsetzen und gleichzeitig selbst torgefährlich sein. Dabei ist der Kroate eigentlich selbst Stürmer. In der vergangenen Saison hat er 19 Tore für den FC Basel in der Schweiz geschossen. Am wertvollsten wäre er wohl als hängende Spitze, einer Position, die so in Dolls System nicht vorgesehen ist. 4-3-3 mit Petric als Angreifer im DFB-Pokal, 4-4-2 mit Raute und Petric als Zehner und bei der Niederlage auf Schalke 4-4-2 mit Petric als Stürmer: Doll hat schon jetzt alles ausprobiert. Besser wird der BVB aber wohl erst dann spielen, wenn Petric eine feste Rolle in der Grundformation von Thomas Doll gefunden hat.