Fußballer, die Bücher schreiben

Mord auf der Doppelsechs

Steve Bruce ist neuer Trainer bei Newcastle United. Was Viele nicht wissen: Der Mann hat auch mal Bücher geschrieben. Und mit diesem Hobby ist er unter den Fußballern nicht alleine.

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Steve Bruce
»Striker!«, »Sweeper!« und »Defender!». Die Titel der Krimitrilogie von Steve Bruce sind schlicht. Und ja, die Ausrufezeichen stehen tatsächlich auf den herrlich »trashy« gestalteten Covern. Auch was die Geschichte angeht, kennt die Kreativität des früheren ManUnited-Spielers keine Grenzen: Fußballmanager Steve Barnes ist es, der mysteriöse Morde rund um den Verein »Leddersford Town« aufklärt. Der britische Fußballblog The Set Pieces schließt in seinen sehr detaillierten Rezensionen der Bücher autobiographische Züge aber aus. Vielmehr handele es sich bei den verdächtig vertraut klingenden Namen vermutlich genauso um einen Kunstgriff wie bei den wahllos gesetzten Kommata, den wechselnden Schreibweisen der Figuren und den unzähligen ausgedachten Vereinsnamen wie »Burnwick«, »Woodbridge« und »Bridesford United«, die alle einmal und dann nie wieder auftauchen. Geschrieben hat Bruce die Krimis in den Jahren 1999 und 2000, einer sehr kurzen Zeit. Und das merkt man wohl auch.

Frank Lampard
Frank Lampard hat als neuer Chelsea-Coach keinen schlechten Job. Falls das nicht klappen sollte, keine Sorge: Mit seiner Kinderbuchserie »Frankie’s Magic Football« hat sich die englische Legende ein sehr solides Standbein aufgebaut. 20 Bücher rund um den fußballverrückten Jungen Frankie gibt es inzwischen, außerdem eine sehr aufwendige Homepage mit Spielchen als Promo. In den Geschichten reisen Frankie und seine Freunde mit einem magischen Ball zu Abenteuern in andere Welten, aus denen sie immer nur entkommen, wenn sie ein Fußballspiel gewinnen. Teamwork ist natürlich wichtig - aber am Ende rettet Frankie die Jungs oft mit einem genialen Tor. Kennt man doch. »Frankies Freunde erinnern mich an meine Kumpel, mit denen ich Fußball gespielt habe, als ich jung war«, sagt der Autor selbst, »aber auch an manche Spieler, die ich in meiner Karriere kennengelernt habe«. Zum Beispiel Diego, der nur eine kurze Karriere als Spieler hatte und seitdem den Fußball tyrannisiert – liebe Grüße an José Mourinho. Ob in den Geschichten auch ein ruppiger, pöbelnder Junge namens John vorkommt, ist uns nicht bekannt.



Mark Schwarzer

Als Sohn deutscher Eltern, die nach Australien ausgewandert waren, fühlte Torhüter Mark Schwarzer sich zu Schulzeiten oft ausgegrenzt. So geht es auch Meg, dem Protagonisten eines der Kinderbücher, an denen der australische Rekordnationalspieler mitgeschrieben hat. In »Megs and The Vootball Kids« zieht der 10-jährige Junge von England nach Australien, ohne Freunde, ohne Fußballteam. Megs freundet sich dort mit einem ungarischen Schultoilettenreiniger an, der früher einmal mit Puskas zusammengespielt hat und später der Trainer von Megs neuer Fußballmannschaft wird. Schwarzer empfiehlt auch Eltern die Lektüre des Buchs: »Das größte Problem für Kinder ist heutzutage, dass ihre Eltern nicht genug Verantwortung für sie übernehmen. Sie wollen aus der Sichtweite in einem anderen Raum an der PlayStation haben und sind glücklich, dass die Schule sie erzieht.« Aber in Sachen Respekt und Toleranz sei das nicht Aufgabe der Schule, sondern eben der Eltern.




20 Bücher

20 Bücher

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