Fünf Gründe, warum Dortmund gegen Bayern gewinnt

Bayrische Ideen-Krise und Axel Witsel

3. Die Bayern stecken in einer Ideen-Krise
Borussia wird höchstwahrscheinlich aus einer kompakten Defensive heraus agieren. Das ist keine besonders gute Nachricht für die Bayern. Sie sind es zwar gewohnt, auf defensive Bollwerke zu treffen. Allerdings fiel es ihnen zuletzt schwer, aus dem eigenen Spielaufbau Chancen zu kreieren. Zu häufig suchen sie den Weg über die Flügel. Hierbei lassen sie jegliches Tempo vermissen.

Ein großes Manko ist das Mittelfeld-Zentrum. Seit der Verletzung von Thiago fehlt Kovac für sein favorisiertes 4-3-3-System ein spielstarker Sechser. Javi Martinez überzeugt hier zwar defensiv, ihm geht jedoch der Spielwitz ab. Joshua Kimmich wiederum offenbarte auf dieser Position defensive Schwächen. Das Spiel durch das Zentrum ist eine Schwachstelle der Münchener. Das dürfte gerade gegen die im Zentrum äußerst kompakt agierenden Dortmunder zum Problem werden.

4. Dortmund ist besser in Form
Erschwerend hinzu kommt für die Bayern, dass ihre Schlüsselspieler nicht in Form sind. Das trifft gerade auf die Außenstürmer zu. Egal, welche Variante Kovac zuletzt ausprobierte: Zu selten gelang es den Außenstürmern, sich im Eins-gegen-Eins durchzusetzen. Somit erscheint es unwahrscheinlich, dass Bayerns Außenstürmer die mangelnde defensive Robustheit von BVB-Außenverteidiger Achraf Hakimi wirklich testen können.

Im Gegenzug wiederum sind die Dortmunder an den Schlüsselstellen gut besetzt. Sechser Axel Witsel befindet sich seit Wochen in herausragender Form. Der Belgier gestaltet das Spiel vor der Abwehr. Die Angreifer wiederum zeigen sich beweglich. Sancho dürfte die defensive Standfestigkeit von Außenverteidiger Kimmich testen, während Reus sich gerne in die Halbräume fallen lässt; Räume, welche die Bayern zuletzt wenig bis gar nicht absicherten.

5. Das Westfalenstadion ist ein Bollwerk
Acht Pflichtspiele absolvierte Dortmund in dieser Saison im heimischen Westfalenstadion. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Sieben Siege, ein Unentschieden, 30:9 Tore. Bei der Hälfte ihrer Heimspiele erzielten sie vier oder mehr Tore. Sobald Dortmund in Führung liegt und sie ihr enormes Tempo ausspielen können, gibt es für sie kein Halten mehr.

Insofern hat Uli Hoeneß Recht mit seiner Aussage: »Man kann ja nicht nach Dortmund fahren und sagen, ich will einen Dreier einfahren.« Dennoch: Es sind ganz neue Töne aus München, die belegen, wie gut der BVB in diese Saison gestartet ist. Sie sind nun der Favorit.