Feldspieler als Torhüter

Paradebeispiel

Der beste Torwart des Wochenendes ist Steve Cook vom AFC Bournemouth. Blöd nur: Er ist eigentlich Verteidiger.

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Steve Cook hat einiges erlebt. Seit 2012 spielt er für den AFC Bournemouth, mit dem er von der League One über die Championship bis in die Premier League aufstieg. Er hat 348 Profispiele bestritten und 21 Tore geschossen. Er ist Kapitän der Cherries und knallharter Innenverteidiger.

Und seit diesem Wochenende ist er der beste Torhüter, der kein Torhüter ist.

Es läuft die 32. Minute, als Norwich Citys Ondrej Duda aus 18 Metern Maß nimmt. Der Ball zieht an Bournemouth-Keeper Aaron Ramsdale vorbei, er wird ins Tor gehen, das weiß auch Steve Cook. Also hebt er ab und streckt sich, als würde er sich bei einer Incredibles-Verfilmung für die Rolle des Elastigirl bewerben. Mit seinen Fingerspitzen lenkt er den Ball tatsächlich noch an den Außenpfosten.

Die Folgen: Rot für Cook, Elfmeter für Norwich, den Teemu Puki zum 1:0-Endstand verwandelte. Die »Sun« schreibt: »Die beste Parade der Saison.« Und was soll man sagen? Diesmal hat das Revolverblatt vermutlich Recht.



Cook, das ist sicher, wird in zahlreichen Best-of-Listen und Saisonrückblicken auftauchen. Und 11FREUNDE, auch das ist sicher, wird eine Liste von Feldspieler-im-Tor-Videoclips zusammenstellen. Also, bringen wir es hinter uns.

Und beginnen in dieser Saison, als Leverkusens Außenverteidiger Wendell beim Stand von 2:1 gegen Paderborn mit der Hand auf der Linie rettete (>> Video). Ein wirklich sehenswerter Reflex, ärgerlich nur, dass Paderborns Mamba den Nachschuss verwandelte. Andererseits: Gut für Wendell, denn er sah deshalb nur die Gelbe Karte.

Später sagte er: »Als ich ein Kind war, habe ich immer als Torwart gespielt.« Er sei allerdings nicht groß genug gewachsen, um weiterhin Keeper zu bleiben.


Aushilfskeeper Wendell. (Bild: Imago Images)


Wer Luis Suarez einen fairen Spieler nennt, bezeichnet Donald Trump auch als einen ausgeglichenen Typen. Wir erinnern uns: 2010 wäre mit Ghana das erste Mal eine afrikanische Mannschaft ins Halbfinale einer WM eingezogen, wenn Uruguays Suarez nicht in der letzten Minute der Verlängerung den Ball mit der Hand von der Torlinie geboxt hätte (>> Video).


Unfair Play: Suarez rettet auf der Linie. (Bild: Imago Images)

Der Stürmer wurde vom Platz gestellt, verließ aber nicht den Innenraum, sondern bejubelte an der Außenlinie den folgenden Elfmeter-Fehlschuss von Gyan Asamoah. Im Elfmeterschießen versagten dann gleich zwei Ghanaern die Nerven, und Uruguay kam ins Halbfinale. Später nannte Suarez seine Rettungstat »die beste Torwartparade der WM«.