Ein 18-Jähriger aus Manchester mischt England auf

»Du brauchst nicht kommen«

Später sagte Nicky Butt, früherer Mittelfeldspieler und heutiger Leiter der Jugendabteilung des englischen Rekordmeisters: »Marcus ist einer dieser Spieler, bei denen du dich selbst fragst: ›Wie kann so einer nicht auf oberstem Niveau spielen?‹ Er ist ein absoluter Topspieler.«

Auch Louis van Gaal erkannte das. Der Niederländer ist ein großer Förderer von Jugendspielern. Bei Ajax Amsterdam brachte er Patrick Kluivert und Edgar Davids hervor, beim FC Barcelona Xavi und Andres Iniesta, beim FC Bayern Holger Badstuber und Thomas Müller. Ist Rashford der nächste angehende Weltstar?

Heute ist er gerade einmal 18 Jahre alt, Jahrgang 1997. Rashford gilt als introvertiert, fast schüchtern. Eigentlich spielt er immer noch für die U18 von United, geht  zur Schule und wohnt bei seiner Mutter. Doch vergangenen Donnerstag gegen Midtjylland gibt er seine Premiere bei den Profis. Er stand zwar schon einmal in van Gaals Kader, kam aber nicht zum Einsatz. Als Rashford erfährt, dass er gegen den dänischen Topklub zum Aufgebot gehört, glaubt er, van Gaal wolle mit ihm nur den Kader auffüllen. Vor dem Spiel ruft er seine Mutter an und sagt ihr, dass sie nicht ins Stadion kommen brauche, da er ohnehin nicht spiele.

Er trifft viermal. Im Stile van Nistelrooys

Doch dann schlägt seine Stunde. Wayne Rooney fehlt mit einer Knieverletzung, Anthony Martial verspürt beim Aufwärmen auf einmal ein Ziehen in der Achillessehne. Also muss Rashford ran. Europa League, Rückspiel im Sechzehntelfinale. Den ersten Vergleich hat United verloren, die Mannschaft steht unter Druck, die Blamage droht. Und Rashford schlägt zweimal zu.

Drei Tage später trifft United in der Premier League auf den FC Arsenal. Rooney und Martial sind immer noch nicht fit. Wieder spielt Rashford von Beginn an. Sein erstes Premier-League-Spiel überhaupt. Sein erster Torschuss überhaupt. 1:0. Drei Minuten später erhöht er auf 2:0. In der zweiten Halbzeit gibt er die Vorlage zum dritten Tor, van Gaals Team gewinnt mit 3:2. Das Old Trafford skandiert Rashfords Namen.

Alle vier Tore hat Rashford innerhalb des Strafraums erzielt. In typischer Torjägermanier. Wie einst Ruud van Nistelrooy.